Wie Sie als PädagogInnen zu Helden werden… - Natürlich Lernen
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Wie Sie als PädagogInnen zu Helden werden…

…und ein konkreter Grundsatz, der Ihr Leben mit den Eltern massiv erleichtern kann!

Ich soll ein Held sein? Das ist aber schon etwas hoch gegriffen, werden Sie sich jetzt vielleicht denken. Na, dann überlegen Sie einmal etwas genauer:

Sie stehen in einer Klasse. Sie haben vor sich rund 20 junge Menschen sitzen. Jeder dieser Menschen hat eigene Fähigkeiten, Wünsche, Bedürfnisse. Manche davon haben mehr, andere weniger Probleme und einige davon behindern sich selbst und auch die Klasse am Lernen.
Die Erwartungen sind hoch. Sie sollen die „Fehler“ der Eltern ausbügeln, die Kinder „perfekt erzogen“ aus den Klassen lassen und am besten noch alle auf die Universität schicken können. Und Sie jonglieren mit all diesen Erwartungen und den Persönlichkeiten junger Menschen. Sie halten die Bälle die ganze Zeit oben, immer mit dem Wunsch, „Ihren“ Kindern ganz viel beizubringen. Wenn einmal ein Ball herunter fällt, dann … Sie sind doch ein Held und eine Heldin, oder?.

Und die Eltern…

Besonders schwierig ist oft noch zusätzlich der Umgang mit den Eltern. Diese wollen natürlich das allerbeste für ihre Kinder. Erfolg, gute Bildung und die Möglichkeit, damit gutes Geld zu verdienen, stehen ganz oben auf der Prioritätenliste – vor allem wenn es um Schule geht. Und natürlich hat jedes Elternteil eine andere Vorstellung davon, wie das erreicht werden kann. Manchmal einfach:
„Das Kind ist in der Schule und dort hat es alles zu lernen. Punkt.“
Manchmal aber auch:
„Na, so kann das aber nicht gehen!! Das braucht mehr/weniger Disziplin, mehr/weniger Hausübungen, mehr/weniger Engagement, mehr von diesem, weniger von jenem, …“ und nie genau richtig.
Ja, Eltern können schon manchmal schwierig sein. Doch dabei wären sie eine wichtige Ressource für die PädagogInnen – und natürlich auch für die Kinder – unter den richtigen Bedingungen.

Doch wie können diese aussehen?

In meinen Führungen in der Natur sehe ich immer wieder, dass Freude, Kreativität und Neugier bei den Kindern durch gemeinsame Erlebnisse geweckt wird. Wenn dann die Eltern dazu stoßen, dann kann die Freude ins Unermessliche gesteigert werden – vor allem, wenn diese Freude von den Eltern geteilt wird (und das passiert in der Regel auch!)

Auch der Lernerfolg der Kinder hat mit der geteilten Freude der Eltern zu tun. Alleine die Zusammenarbeit – egal um welches Thema es geht – schafft eine Atmosphäre, die lernen massiv erleichtert – „natürlich lernen“ eben. Das konnte ich immer und immer wieder life erleben.

Wie können Sie als Pädagogin und Pädagoge das jetzt für sich nutzen?

Sie denken sich vielleicht: Ich bin aber nicht im Wald. Ich habe Mathematik oder Deutsch zu unterrichten. Ich habe Bücher, nicht zu vergessen den Lehrplan, dem ich folgen muss…
Hier kann ich Ihnen einen wichtigen Grundsatz mitgeben, der Sie immer wieder stärken kann:

Machen Sie die Eltern zu Expertinnen und Experten!

  • ExpertInnen in verschiedenen Bereichen der Ernährung wie Brotbacken, Käseherstellung, Eismachen, Apfelsaftherstellung, kochen allgemein, …
  • Oder holen Sie sich ExpertInnen im Bereich Musik. Viele Eltern machen Musik, holen Sie sich ins Boot.
  • Die Kunst ist ein weites Feld. Gemeinsame Kunstprojekte sind immer wieder sehr wirkungsvoll, egal in welchem Bereich: malen, schreiben, outdoor-happenings, … Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
  • Natur, Technik, Gesundheit, Handwerk, berufsbezogene Expertisen jeder Art sind eine enorme Bereicherung und können Eltern, LehrerInnen und Kinder zusammen bringen.

Es gibt sicher noch viele Bereiche, die ich hier nicht erwähnt habe, doch was all diese Themen gemeinsam haben ist:

Stolzer Sohn mit seinem Vater
Sohn unterstützt seinen Vater beim Balancieren

Die Eltern können glänzen – gemeinsam mit ihren Kindern!

Sie werden damit zu den Heldinnen und Helden der Schule. Was kann es Schöneres geben, als wenn ein Kind sagen kann: „Das ist mein Papa, der das macht!“ „Das ist meine Mama, die das kann!“

Und das geniale daran: danach sind Sie der Held!

Denn sie haben das initiiert. Sie haben „die Rutsch‘n g’legt“, wie man so schön sagt. Und Sie haben noch dazu eine Klasse, die viel leichter und lockerer lernt. Was will der Pädagoge und die Pädagogin mehr?

Doch was braucht es dafür, dass „Eltern als ExpertInnen“ funktionieren kann?

Vielleicht denken Sie sich gerade: oh mein Gott, da soll ich noch mehr machen, wieder ein Projekt, wieder mehr zu bedenken… Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Die meisten PädagogInnen haben Herkulesaufgaben vor sich – denken Sie daran, Sie sind eine Heldin und ein Held! – mit wenig Anerkennung und immer mehr Dokumentationsaufwand. Doch wenn Sie sich einmal damit beschäftigt haben, wie Sie die Eltern als ExpertInnen in ihr Boot holen, dann werden Sie es nicht mehr missen wollen. Warum?n!“

Weil Eltern ihnen viel Arbeit und Mühe abnehmen!

Dazu braucht es allerdings ein paar Grundregeln:

  1. Es braucht genaue Vorgaben. Egal, ob Sie ein Projekt gestalten, oder ein Elternteil eine Schulstunde gestalten soll: Sie geben vor, was geschehen soll. Wenn Sie das ein oder zwei Mal gemacht haben, werden Sie sehen: das ist schnell geklärt.
    Beispiel-Vorgabe: Ich möchte alles darüber wissen, wie Holz bearbeitet werden kann. Dazu wird der Vater eines Schülers, der Tischler ist – nennen wir ihn Herrn Renner – eingeladen.
  2. Schaffen Sie eine klare Struktur: Wer macht was wann wie lange und wo?
    In unserem Beispiel: Herr Renner möchte sein Wissen im Schulhof weitergeben. Er plant, verschiedenes Holz mitzubringen und auch die notwendigen Werkzeuge. Er „kennt sein G’schäft“ und bringt von sich aus das Thema Sicherheit ein.
  3. Die Kinder bereiten gezielte Fragen vor.
    Damit recherchieren sie schon, was wichtig ist zu diesem Themenbereich. Hier lernen Ihre SchülerInnen besonders viel: Sie lernen „lernen“ – ganz natürlich und mit Freude.
  4. Bereiten Sie konkrete praktische Aufgabenstellungen für die Kinder vor. Es ist wichtig, das schon bei der Besprechung und Anleitung des Elternteils, mitzudenken. In unserem Beispiel sollen die Kinder natürlich selber mit Holz arbeiten können – Herr Renner zeigt wie. Doch auch wenn unser Beispiel der Steuerberater Herr Schiedl wäre: bereiten Sie etwas vor, das die Kinder selber machen sollen. Zum Beispiel fällt mir hier eine Einnahmen-Ausgaben Rechnung mit dem Taschengeld der Kinder ein. Herr Schiedl hat sicher noch andere Ideen…
  5. Machen Sie das Ergebnis sichtbar.
    Die Kinder selber sollen sehen, was sie gemacht haben, die Eltern sollen das sehen, die Schule, vielleicht aber sogar die Gemeinde, die Presse, … Je nachdem, wie groß Sie Ihr Projekt aufziehen wollen, kann das Ergebnis Kreise ziehen – und den Selbstwert aller Beteiligten stärken. Das Image der Schule ist natürlich auch nicht zu vergessen…

Ist die Idee zu „groß“?

Wenn Sie das Gefühl haben, sie haben eine super Idee, aber die Umsetzung ist einfach zu aufwendig für Sie alleine oder auch für die Schule, dann kommen Sie zu mir. Ich unterstütze Sie von der Planung, über Förderungen bis hin zu einem „coolen“ Ergebnis. Immer mit dem Ziel:

Natürlich lernen pur!

Die Kinder sind ehrlich neugierig. Sie wollen mehr wissen, erfahren, erforschen. Auch die Vorbereitung bringt schon viele Lernerfahrungen – vor allem, wie sie Themen erarbeiten können. Das „Wie sie Lernen“! Das ist das Wichtigste überhaupt, das Sie als PädagogIn Ihren SchülerInnen mitgeben können: verinnerlichtes Wissen, wie sie sich selber Inhalte erarbeiten können.
Das bereitet „Ihre Kinder“ auf das Leben vor. Und eigentlich ist das doch das Einzige, was wirklich zählt, oder?

Ihr Hans Peter Killingseder

Dipl. Forstwirt | Waldpädagoge | Forst- und Kulturführer | systemischer Outdoor-Coach
Aufbereitung und Begleitung bei Outdoor-Gemeinschaftsprojekten zum Thema Wasser & Wald für Schulen, Gemeinden und Naturparks
Tel. 0664/38 61 707
www.killingseder.at

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